Hautkrebs: Moderne Früherkennung und Risikobeurteilung

Risiko-Management des Hautkrebses

Hautkrebs: Risiko – Hautschutz – Vorsorge – Früherkennung

Vorsorge – Management des Schwarzen und „Weißen“ Hautkrebses

Es gibt zwei häufige Arten von Hautkrebs: Schwarz und weiß. Sie unterscheiden sich in der Gefährlichkeit, Dynamik, Häufigkeit und Lokalisation ihres Auftretens. Der schwarze Hautkrebs tritt weniger oft auf, als der weiße; die frühen Formen und Vorläufer des schwarzen Hautkrebses werden aber in den letzten Jahren viel häufiger festgestellt, als fortgeschrittene Herde. Dies ist die Folge der breit angenommenen, flächendeckend angebotenen und optimierten Vorsorge (Prävention, Protektion) und Früherkennung. Moderne Therapieverfahren haben schwere Erkrankungsverläufe seltener gemacht.Der schwarze Hautkrebs – das maligne Melanom – hat eine rasche dynamische Entwicklung, wenn sich bösartige Melanozyten in einem Muttermal entwickelt haben.

Ein Melanom muss sich aber nicht aus einem vorbestehenden Muttermal entwickeln, es kann auch neu ohne Vorläufer entstehen. In einem solchen Fall ist die Frühdiagnose von größter Wichtigkeit. Jeder neu auftretende oder sich verändernde dunkle oder schwarze Fleck sollte baldmöglichst vom Hautarzt beurteilt werden.

Der „weiße“ Hautkrebs ist die häufigste bösartige Krankheit hellhäutiger Menschen. Wenn frühe Veränderungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden, muss nicht mit weiteren Folgen der Erkrankung gerechnet werden, da Dynamik und Aggressivität dieser Neubildungen nicht so bedenklich sind, wie beim schwarzen Hautkrebs. Jedoch gibt es ein Risiko der Zweit- oder Neuerkrankung nach dem ersten Auftreten eines „weißen“ Hautkrebses. In jedem Fall ist die weitere regelmäßige hautfachärztliche Überwachung und Kontrolle der Patienten bei jeder Art von Hautkrebs unabdingbar.

Somit ergibt sich für beide Hautkrebsarten die Notwendigkeit, ein Vorsorge- und Risiko- Management zu erstellen, das die jeweils individuelle Situation berücksichtigt. Hierzu gehören: Familienvorgeschichte, eigene Vorgeschichte, Hauttyp, UV-Belastung der Haut durch natürliches Sonnenlicht und künstliche UV-Strahler. Beruf, Freizeit, Sport und Urlaubsreisen.

Der weiße Hautkrebs tritt zu über 90% an den „offen liegenden“ Hautarealen Gesicht, Hals, Nacken und Handrücken auf. Das erste Auftreten ist selten vor dem 40igsten Lebensjahr zu erwarten. Dieser Tatsache folgt das Vorsorge-Management des weißen Hautkrebses. Die sicherste Methode der Vorsorge ist die digitale Fotographie mit einer Spezialkamera. Die den Patienten zur Verfügung gestellten Aufnahmen zeigen die unruhigen und möglichen Vorläuferareale auf der Haut können somit von den Betroffenen wahrgenommen und von diesen selbst überwacht werden. Bei unauffälligem Verlauf werden in jährlichen oder halbjährigen Abständen Kontrollaufnahmen gemacht, sonst jederzeit, wenn sich Veränderungen ergeben.

Der weiße Hautkrebs beginnt unscheinbar wie ein kleines Wärzchen. Basaliome schuppen nicht, sind rötlich, glatt, selten etwas krustig und geringfügig mißempfindlich, manchmal verletzlich und leicht blutend. Sie zeigen eine langsame aber stetige Größenzunahme. Die häufigeren „solaren Präkanzerosen“ sind rötlich, schuppig und krustig. Anfangs kommen und gehen sie. Mal sieht man sie, mal spürt man sie, mal sind sie weg. Langsam stellen sie sich ein als nicht heilende, unruhige, oberflächlich krustig belegte Wunde.

Bei der allgemeinen dermatologischen Krebs-Vorsorge-Untersuchung wird zunächst die ganze Hautoberfläche ohne Hilfsmittel betrachtet. Hier gewinnt der Arzt den ersten Eindruck über Anzahl und Auffälligkeit von Hautmalen. Im zweiten Schritt werden auffällige Befunde mit der Lupe betrachtet. Bei suspekten Befunden wird dann – optional – auflichtmikroskopisch untersucht. In einem weiteren diagnostischen Schritt werden mit einem digitalen Auflichtmikroskop 20- bis 40fach vergrößerte Aufnahmen gemacht und auf einem Bildschirm analysiert und ggf. für Kontroll- und Verlaufsuntersuchungen gespeichert. Die Abstände der Kontrollen werden individuell festgelegt.

Schließlich gibt es als weitere aussagekräftige Methode die Ganzkörper-Kartographie (Body-Mapping), welche für Personen empfohlen wird, die mehr als 20 deutlich pigmentierte Hautveränderungen aufweisen. Bei den jeweiligen Kontrollen können Veränderungen in bestehenden Herden und neu auftretende Befunde frühzeitig und zweifelsfrei festgestellt werden.

Für die Früherkennung und die Risikoabschätzung des weißen Hautkrebses, der zu über 90% auf der Gesichtshaut entsteht, empfehle ich die hochauflösende Gesichtshaut-Analyse (Face -Mapping) mit einer hochempfindlichen digitalen Kamera (Canon E 550). Auf diese Weise wird der IST-Zustand der Gesichtshaut dokumentiert und damit eine UV-Schadens-Bestandsaufnahme erstellt. Auf den Kontrollaufnahmen können dynamische Veränderungen in vorbestehenden Herden eindeutig festgestellt und neu aufgetretene früh und damit rechtzeitig entdeckt werden.

Wissenswertes zur Vorsorge von „Schwarzem“ und „Weißen“ Hautkrebs

Das Gesicht ist die Region, in der ca. 90% aller Fälle von „weißem“ Hautkrebs entstehen. Diese Art des Hautkrebses ist die häufigste Krebsart überhaupt und betrifft nach dem 50igsten Lebensjahr, eine große Zahl hellhäutiger Menschen. Risikofaktoren sind Hauttyp und UV-Belastung im Laufe des Lebens. Man spricht von zwei Arten der UV-Belastung, die zu unterschiedlichen Folgen führen können:

Langwährende, kontinuierliche, jährlich wiederkehrende Aufenthalte im Freien mit oder ohne intensive Besonnung und daraus folgend eine lang anhaltende, chronische Bräunung der Haut, vor allem des Gesichts, der Hände, Arme, Brust und Schulter. Diese Art der UV-Belastung soll eher das Risiko für den hellen Hautkrebs erhöhen. z.B. Berufe, die im Freien ausgeübt werden (Land- und Bauwirtschaft,) und Freizeitaktivitäten wie Wandern, Bergsteigen, Wassersport, Tennis, Golf, Radfahren. Nicht zu vergessen ist FKK.

Wiederholte kurzfristige, intensive UV-Belastungen unvorbereiteter Haut mit wiederholtem, mehr oder weniger starkem Sonnenbrand sollen dagegen das Risiko erhöhen, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. z.B. Kurzurlaube in der Karibik, Südsee, und auch Aufenthalte im Süden, wenn hier Winter ist mit plötzlichem Wechsel der UV-Intensität.

Der Hauttyp spielt dabei eine wichtige Rolle, d.h. die UV-Toleranz der Haut. Rascher Sonnenbrand und wenig Bräunung sind prekär, dagegen ist rasche Bräunung und wenig, oder kaum Sonnenbrand eher als günstiges Vorzeichen anzusehen, enthebt aber nicht von UV-Schutz und Vorsicht.

Das „Face-Mapping“ mit 3großformatigen Detailaufnahmen des Gesichts von vorn und von beiden Seiten ermöglicht das individuelle Risikomanagement des Hautkrebses im Gesicht:

UV-Schadensbilanz mit Risikoarealen für die Entstehung von weißem und schwarzem Hautkrebs.

Nachweis und Dokumentation bereits bestehender Vorstufen oder behandlungsbedürftiger Herde.

Kontrolluntersuchungen mit hohem Aussagewert in individuell abgestuften zeitlichen Abständen. 

Dr. Wolfgang Strasser • Günterstalstr. 54 • 79100 Freiburg • Tel. 0761-75011 • Fax 0761-702140 •