Die Haut wird durch Einflüsse „von außen“ oder „von innen“ krank. Äußere Einflüsse sind z.B. ein Zuviel an Wasser und hygienischen Maßnahmen. Mikroben (Bakterien, Pilze, Viren) können bei unterschiedlicher Vorschädigung zu weiteren krankhaften Verändänderungen führen. Je nach Hautproblem wird der Wasserkontakt reduziert. Man duscht weniger oft und keinesfalls lang und heiß. Mit Duschgelen, aber auch mit sog. Syndets geht man sehr zurückhaltend um. Bei trockener Haut und trockenen Ekzemen massiert man nach dem Bad oder der Dusche eine kleine Menge eines Badeöls auf die nasse Haut . Nehmen Sie nicht zuviel davon und achten Sie darauf, daß Sie es danach mit dem Badetuch abtupfen, damit Ihre Haut gut rückgefettet und dennoch trocken ist. Nach dieser Maßnahme können Sie auf Körperlotionen verzichten. Pflegende Cremes werden nur sehr sparsam und zurückhaltend verwendet. Fetten Sie niemals Hautareale stark ein, z.B, die Hände über Nacht. Dies führt zu größeren Problemen. Alle Salben und Cremes werden dünn aufgetragen, gut einmassiert und schließlich, wenn ein Rest Salbe oder Creme noch auf der Hautoberfläche zurückbleibt, wird dieser vorsichtig z.B. mit einem Kleenex-Tuch abgetupft, damit die Oberhaut wieder „atmen“ kann und keine der Heilung zuwiderlaufende ‚feuchte Kammer’ entstehen kann. Dies ist besonders wichtig bei allen Fettcremes, da diese eine abdichtende Wirkung haben können und die Haut dadurch noch anfälliger wird.

Zu den von „innen“ kommenden ursächlichen Einflüssen gehören chronische Infekte und Entzündungen. der Nasennebenhöhlen und im zahnärztlichen Bereich. Auch Magen- und Darmprobleme gehören fachärztlich abgeklärt. Deshalb sollten grundsätzlich entsprechende begleitende Untersuchungen bei allen chronischen Hautkrankheiten durchgeführt werden. Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen, können Hautkrankheiten verursachen oder verschlimmern. Bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten gebe ich wichtige Verhaltensregeln, die Nebenwirkungen aufdecken helfen. Schlaf- und Bewegungsmangel sind als weitere begleitende Auslöser nicht zu unterschätzen und vergessen Sie nicht, dass die Haut für uns die Funktion hat, uns zu unterrichten, wie es uns wirklich geht. Wenn sie sich meldet, kommt das einem Warnlämpchen im Auto gleich, bei dessen Aufleuchten die Fahrer gleich vom Gas gehen. Ganz ähnlich kann man auch die Hautsymptome ansehen und sollte sich entsprechend verhalten. Auf gesunde Ernährung ist selbstverständlich zu achten. (Vollkornprodukte, Obst, Gemüse), reichlich Flüssigkeitszufuhr und genügend Zeit für die regelmäßig eingenommenen Mahlzeiten gehören zu den oft unterschätzten Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Behandlung fast aller Hautkrankheiten. Psychische Belastungen und Streß im weitesten Sinne müssen angesprochen und erkannt werden, denn es gibt kaum eine Hautkrankheit, die nicht durch Streß-Situationen aller Art ausgelöst oder negativ beeinflusst wird. Die Haut meldet sich nicht selten als erstes Warnsignal und weist damit auf eine psychosomatische „Schieflage“ hin. Diese muss erkannt und erst genommen werden. Der Blick auf die Haut allein ist also nicht ausreichend bei der Diagnostik und Therapie der Hautkrankheiten. Die Haut zeigt oft ein Signal, das vom Körper oder von der Psyche ausgesendet wird. Kinder, die an Neurodermitis leiden dürfen nicht in übertriebener Weise beobachtet werden. Die Aufmerksamkeit sollte sich darauf richten, herauszufinden, was ihre Haut beanspruchen und krank machen könnte. Insbesondere bei Kindern mit Neurodermitis spielen psychische und familiäre Aspekte eine nicht zu unterschätzende ursächliche Rolle. Andere können es interessant finden, wenn sie Interesse wecken und Grund für Sorgen und problematische Gespräche sind. Gebote und Verbote sollen in einem vernünftigen Verhältnis zur Realität stehen und das Kind nicht überfordern oder allzusehr einschränken Nahrungsmittel – auch Süßigkeiten usw. – sollten bei Neurodermitits nur weggelassen bzw. „verboten“ werden, wenn man genau weiß, daß sie nicht vertragen werden, d.h. wenn sie zu Erbrechen und Durchfall führen und die Neurodermitis akut und zeitnah verschlimmern. Eltern sollen Optimismus verbreiten, daß die Haut ganz bald wieder gesund werden wird und man keinesfalls eine Verschlechterung des Neurodermitis erwartet. Sehr wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass nicht auf pessimistische, negative und alarmistische Hinweise und Aussagen von Außenstehenden gehört wird. In der Regel bekommt man von allen Seiten zwar gut gemeinte’ aber allzu oft falsche und schlechte Tipps, wenn man über die Neurodermitis mit anderen spricht. Ich warne davor, zu glauben, man könne im Internet wichtige Informationen über Neurodermitis und andere Krankheitsbilder finden. In aller Regel werden dort Fehlinformationen gestreut, die übertreiben und alarmieren, verunsichern, ängstigen und frustrieren.

Dr. Wolfgang Strasser • Günterstalstr. 54 • 79100 Freiburg • Tel. 0761-75011 • Fax 0761-702140 •