Bewährtes Verfahren als Alternative zur operativen Entfernung von vielen Vorstufen des „hellen“ (oder „weißen“) Hautkrebses: Flaches Basaliom, aktinische Präcanzerose, Morbus Bowen. Die photodynamische Therapie kann Schnittoperationen ersetzen, bei einwandfreiem, narbenlosem Ergebnis. Das Behandlungsprinzip beruht auf einer licht-toxischen Reaktion, die durch eine auf die Haut aufgebrachte lichtsensibilisierende Substanz ausgelöst wird. Nach einer 3 bis 6 stündigen Einwirkzeit einer Salbe, die eine bestimmte chemische Substanz enthält, wird nach der Fluoreszenzdiagnostik die Belichtung mit rotem Licht der Wellenlänge von 635nm durchgeführt. Die photochemische Reaktion führt dann zur Bildung von Sauerstoff-Radikalen, die die Zellen des Tumorgewebes selektiv zerstören, d.h. ohne dass gesunde Zellen oder gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen werden. Da die Behandlung schmerzhaft sein kann, wird dieser Schmerz schon im Vorfeld mit Schmerzmitteln begrenzt und kann durch weitere Maßnahmen, z.B. örtliche Betäubung, ausgeschaltet werden.

Wenige Tage nach der Behandlung kommt es zur unterschiedlich stark ausgeprägten Entzündung mit Rötung, Krustenbildung, teils auch flächiger Pustelbildung, was aber kaum schmerzhaft ist und nach wenigen Tagen wieder verschwindet. Danach schuppt das behandelte Areal trocken ab und es bildet sich gesunde Haut. Dieses Verfahren wird in der Regel zwei Mal durchgeführt. Je nach verwendetem Lichtsensibilisator nach zwei bis vier Wochen oder nach acht bis zwölf Wochen. Die Fluoreszenzdiagnostik ermöglicht einerseits eine Aussage über Ausbreitung und Stand und Schwere der Erkrankung und andererseits können Therapiereaktion und –erfolg vorhergesagt werden.

Neuerdings steht mir ein zusätzliches Verfahren bei der photodynamischen Therapie zur Verfügung, das bei Patienten, denen eine größere Hautoperation nicht zuzumuten ist, angewendet wird. Hierbei werden insbesondere größere und tiefer reichende Vorstufen des weißen Hautkrebses – aktinische Praekanzerosen – mittels „SL-PDT“, d.h. „subläsionale photodynamische Therapie“ behandelt. Dabei wird in lokaler Betäubung ein Lichtleiter – eine Fiber in einer Führungsnadel – direkt unter der zu behandelnden Hautstelle eingebracht und das Areal somit auch von „unten“ bestrahlt. Durch diese zusätzliche Lichtquelle werden die tief gelegenen Anteile der Neubildung von den therapeutischen Strahlen direkter getroffen, als wenn die Bestrahlung nur von oben erfolgt und Streuung, Reflexio und Absorption die Wirkungsweise des Lichtes mindern.

Man kann hier von einer Art „Lichtzange“ sprechen.

Dr. Wolfgang Strasser • Günterstalstr. 54 • 79100 Freiburg • Tel. 0761-75011 • Fax 0761-702140 •